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Interview: Catrin Bendfeldt. Oecotrophologin und Yogalehrerin, die das Wachstum liebt und sich selbst gern ins kalte Wasser schmeisst




Liebe Catrin, stell dich doch bitte einmal vor.


Hallo liebe Nanni. Erst einmal vielen Dank dafür, dass ich hier dabei sein darf.

Ich bin Catrin, mittlerweile 46 Jahre auf der Welt und lebe seit 20 Jahren mit meiner kleinen Familie am Rand von Fulda, einer Stadt in der Mitte Deutschlands. Ich liebe es, mich von der Natur und von ihren Veränderungen über den Jahreskreis hinweg inspirieren und meinen Gedanken beim Schreiben freien Lauf zu lassen. Dabei sehe ich mich als einen Teil des großen Ganzen, bin sehr empathisch und gehe meistens optimistisch, aufmerksam und achtsam durch die Welt. Als Yogalehrerin bleibe ich immer auch Schülerin und habe große Freude an persönlicher Weiterentwicklung auf allen Ebenen.

Dabei traue ich mir selbst vielleicht manchmal zu wenig zu. Daher schmeiße ich mich auch schonmal gern selbst ins kalte Wasser, um meine Grenzen zu erweitern und zu wachsen.


Wie bist du zum Beruf der Oecotrophologin gekommen und was fasziniert dich besonders daran?


Ich habe ursprünglich eine Ausbildung zur Zahnarzthelferin gemacht und auch einige Jahre in diesem Beruf, vor allem als Prophylaxeassistentin, gearbeitet. Auch hier spielt das Thema Ernährung eine wichtige Rolle und ich hatte immer im Hinterkopf „wenn ich jemals noch studieren sollte, dann etwas mit Ernährung“. So kam es, dass ich mit meinem Partner nach Fulda zog, ohne eine neue Anstellung zu haben und zu finden. Vielleicht etwas blauäugig, doch so begann der Weg, denn an der Hochschule in Fulda gab es schon damals den Studiengang Oecotrophologie, also Haushalts- und Ernährungswissenschaften. Ich folgte dem Ruf, fing schließlich mit 27 an zu studieren und blieb bis zum Master-Abschluss an der Hochschule.

An der Oecotrophologie fasziniert mich, dass sie so vielseitig ist. „Meine Themen“ Ernährung, Kommunikation und Psychologie fließen hier genauso ein wie die pure Naturwissenschaft, aber auch BWL, Marketing und Forschungsmethoden spielen eine Rolle. So kann jeder seine Nische finden und tiefer einsteigen. Für mich ist dies vor allem die Ernährungspsychologie, die ich wiederum mit Yoga kombiniere.



Dein Fokus liegt darauf deinen Klient*innen ein Verständnis oder einen Zugang zu ihrer psychischen Gesundheit zu vermitteln. Warum ist diese Verbindung zur Ernährung so wichtig?


Essen ist ein großes Thema, das uns das ganze Leben lang begleitet. Dabei prägt sich die

grundlegende Einstellung dazu bereits in frühester Kindheit und so haben wir sicherlich alle den ein oder anderen Glaubenssatz diesbezüglich im Hinterkopf. Die meisten Menschen essen drei- bis fünfmal am Tag. Da ist es doch schade, wenn wir diese Momente mit negativen Gedanken und schlechten Gefühlen verknüpfen.

Des Weiteren kommt Essen häufig quasi zweckentfremdet zum Einsatz. In diesem Zusammenhang soll Essen beispielsweise als Belohnung oder Trost dienen und scheinbar gegen Langeweile, Frust, Nervosität, Ärger und viele weitere Gegebenheiten helfen, die gar nichts mit einem körperlichen Hunger zu tun haben. Zudem haben all diese Empfindungen durchaus eine Daseinsberechtigung, die ihnen jedoch durch die antrainierte Reaktion genommen wird.

Gerade wir Frauen haben außerdem oftmals verlernt, auf den eigenen Körper sowie die eigenen Bedürfnisse zu hören und uns selbst aus vollstem Herzen Gutes zu tun.

Stattdessen zerbrechen sich viele den Kopf über Kalorien und ihr Äußeres, setzen sich selbst Verbote, bezeichnen Produkte als „Sünde“ und denken dann genau an diese, wenn es darum geht, sich etwas zu gönnen – es folgt ein schlechtes Gewissen oder sogar ein problematisches Essverhalten.

Essen sollte uns nähren, uns Energie und auch einen Moment mit uns selbst schenken und nicht einfach so, mal eben schnell zwischendurch geschehen.






Welches ist deiner Meinung nach der erste Schritt, den wir selbst in Richtung Gesundheit tun können?


Mein Herzenswunsch ist es, dass wir unsere körperlichen, wie mentalen Bedürfnisse im Hier und Jetzt annehmen und ihnen so begegnen, wie sie es verdienen. Wir sollten uns weniger im Außen orientieren und die Erwartungen anderer erfüllen, sondern im ersten Schritt auf uns selbst schauen und erst einmal herausfinden, was uns selbst so richtig gut tut – ganz ohne „ja aber, ich muss doch [….]“ oder „wenn ich erstmal schlank bin, dann [….]“. Lass uns anfangen, bewusst und mit allen Sinnen im Jetzt zu leben und für eine auf allen Ebenen gesunde Zukunft zu sorgen. Denn „Gesundheit“ ist mehr als ein Körper, der frei von Krankheiten ist.



Wenn ich mir deine Aktivitäten so anschaue, dann liebst du die Herausforderung. Welcher Herausforderung stellst du dich gerade?


Ja tatsächlich liebe ich gerade die Herausforderung und das Wachstum. Meine persönliche

Herausforderung ist es gerade, sichtbar zu werden, letzte Zweifel abzulegen und mit meinem eigenen größeren Herzensprojekt – dem Kurs „Natürlich ich“ – nach draußen zu gehen.

Wachstum verläuft nicht gradlinig, sondern in Wellen. Es ist ein Prozess auf vielen Ebenen, die irgendwann im Idealfall zusammenlaufen. Manchmal ist es besser, noch einmal innezuhalten und durchzuatmen, doch jetzt ist es an der Zeit loszugehen.



Du bist jeden Tag in Bewegung und nach Möglichkeit draußen in der Natur. Was würde dir fehlen, wenn du auf eins von beidem verzichten müsstest?


Ich liebe es, mich durch Bewegung auszudrücken und in der Natur meinen Gedanken freien Lauf zu lassen. So komme ich ganz bei mir an, kann kreativ und ganz im Flow sein. Wenn ich dauerhaft auf eines von beiden verzichten müsste, dann müsste ich mir auf jeden Fall einen anderen Weg suchen, um in Balance zu bleiben.



Welches sind deine drei Lieblingstools in Bezug auf Gesundheit?


Atmung. Es bleibt nicht aus, dass der Alltag mal hektisch ist.

Wenn ich das Gefühl habe, im Chaos zu versinken hilft es mir sehr, mich bewusst kurz rauszunehmen, die Augen zu schließen und für einen Moment die Atmung zu beobachten. Einfach so, wie sie fließt – ohne sie zu beeinflussen. Danach kann ich meist wieder strukturiert weitermachen.

Selbstreflexion. Für mich ist es absolut hilfreich, mich selbst zu beobachten und durchaus auch mal eine Art Tagebuch zu führen. Wann mache ich was und mit welcher Einstellung tue ich es? Wie geht es mir vor, während und nach einer Mahlzeit? Wie geht es mir beim Training und danach? Welche Gedanken kreisen im Kopf? Lebe ich im Jetzt oder hänge ich gedanklich in Vergangenheit oder Zukunft fest?

Ernährung. Ich stehe dafür, dass eine gesundheitszuträgliche Ernährung einfach umsetzbar ist und so halte ich es auch im Alltag. Natürliche Produkte, kurze oder gar keine Zutatenlisten, abwechslungsreiche und bunte Mahlzeiten ohne Verbote. So ist mein Körper gut mit allen Nährstoffen versorgt und in der Lage mir mitzuteilen, was er gerade braucht.





Vielen Dank, liebe Catrin, dass du dir die Zeit genommen hast, meine Fragen zu beantworten.


Interesse an Catrin und ihren Angeboten, die dir helfen deine Gesundheit zu fördern? Du findest sie auf ihrer Homepage catrinbendfeldt.com und auf Instagram unter catrin.bendfeldt


Alle Fotos sind von Marie-Luise Härtel www.marieluisehaertel.de

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